Hausbau - Tag 54 - Allgemein
Seit dem 13. Mai wird unser Massivhaus in Hilter durch die Firma Zielsdorf Massivhaus schlüsselfertig errichtet. Der Baufortschritt ist grundsätzlich erkennbar, jedoch treten fortlaufend organisatorische und kommunikative Schwierigkeiten auf, die den Ablauf erheblich beeinträchtigen. Sobald das Haus fertiggestellt ist und etwas Abstand gewonnen wurde, sollen die Erfahrungen vollständig ausgewertet werden. Bereits jetzt ergeben sich jedoch mehrere Punkte, die auffällig sind.
1. Vertragsgrundlagen und Transparenz
Die allgemeine Baubeschreibung stellt kein detailliertes Lastenheft dar. Gebaut wird nach statischer und energetischer Berechnung, wobei die energetische Berechnung trotz mehrfacher Nachfrage nicht offengelegt wurde. Der Vertrag sieht im Wesentlichen die Lieferung eines Hauses mit Dach, Fenstern und Türen vor; die konkrete Ausführung bleibt weitgehend dem Bauträger überlassen. Trotz juristischer und baubegleitender Prüfung des Vertrags wurde dieser Aspekt nicht als potenzielles Risiko erkannt.
2. Kommunikation und Abstimmung
Die Kommunikation gestaltet sich sowohl für uns als Bauherren als auch für die beteiligten Handwerker schwierig. Informationen werden häufig verspätet oder gar nicht weitergegeben. Der Austausch mit dem Bauleiter erfolgt ausschließlich per E‑Mail. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist nicht möglich. Handwerker dürfen Fragen zum Bauvorhaben nicht mit uns besprechen (es wurde vom Bauleiter verboten), was zu einem ungewohnten und intransparenten Ablauf führt.
3. Lagerung und Umgang mit Baustoffen
Materialien werden überwiegend direkt auf der Baustelle oder sogar auf angrenzenden Grundstücken gelagert, obwohl laut Aussage eines firmeneigenen Architekten große Lagerflächen vorhanden sein sollen. Stahlträger rosten seit mehreren Wochen, Mineralwolle wurde nass, und Holz für das Dach lag über längere Zeit ungeschützt im Regen. Fassadendämmung wurde teilweise mit Verpackungsresten abgedeckt. Dämmplatten wurden durch Wind verweht und mussten eingesammelt werden.
4. Ablauf und Organisation der Bauausführung
Die Bauausführung wirkt unstrukturiert. Die Bodenplatte des Hauses wurde hergestellt, die Bodenplatte der Garage jedoch zunächst vergessen und bis heute nicht ausgeführt. Die Planung der zentralen Lüftungsanlage mit Dachdurchführung wurde trotz mehrfacher Erinnerung über ein halbes Jahr nicht abgestimmt. Das Bodengutachten wurde zwar frühzeitig bereitgestellt, jedoch weder in der statischen Berechnung noch bei den Erdarbeiten berücksichtigt, da es nicht an die Subunternehmen weitergeleitet wurde. Dadurch mussten Erdarbeiten doppelt durchgeführt werden.
5. Folgekosten und fehlende Kostentransparenz
Obwohl ein Festpreis vereinbart wurde, entsteht der Eindruck, dass die Firma primär auf die eigenen Kosten achtet, während mögliche Folgekosten für uns als Bauherren unberücksichtigt bleiben. Einsparungen an einer Stelle können später zu deutlich höheren Kosten führen. Eine zugesagte begleitende Beratung fand nicht statt. Mehrkostenpositionen, insbesondere bei Erdarbeiten, sind nur teilweise nachvollziehbar, da nicht ersichtlich ist, welche Leistungen bereits durch den Festpreis abgedeckt waren.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich der weitere Bauverlauf entwickelt. Trotz der Auswahl eines etablierten Bauunternehmens mit dem Ziel, den Bauprozess möglichst stressfrei zu gestalten, zeigt sich derzeit eine deutliche Belastung durch organisatorische und kommunikative Probleme.

Hallo, ich sitze an einer Reportage zum Thema bauen. Würden Sie mir kurz eine Nachricht an luedeke.anke@web.de schicken? Vielen Dank und viele Grüße Anke Lüdeke
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